GSB 7.1 Standardlösung

Buch des Monats April 2025:
Album von Frankfurt a/M. / [gezeichnet und lithographiert von Johann Friedrich Anton Rau]. – Frankfurt a/M : Lith. Institut von Ph. Frey, [ca. 1862]. – 2 ungezählte Blätter, 24 ungezählte Blätter Tafeln. – Abweichender Titel: Neues Album von Frankfurt a/M. – Widmung. – Signatur: Ffm Wq 83
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Das Album von Frankfurt umfasst 24 prachtvolle, mehrfarbig lithografierte Ansichten Frankfurter Sehenswürdigkeiten, darunter Dom, Römerberg und Goethe-Denkmal, aber auch seltener dargestellte Impressionen, wie Hessendenkmal, Synagoge und der 1858 eröffnete Zoologische Garten. Die Lithografien sind auf Karton gedruckt und wurden in einen goldenen Rahmen eingeklebt, der wiederum von Porträtdarstellungen aus dem Kaisersaal des Frankfurter Römers umgeben ist.

Die Blätter erschienen in der Lithographischen Anstalt Philipp Frey, die bereits 1844 als Cartonagen-Fabrik gegründet wurde und neben der Dondorfschen Druckerei eine der besten Frankfurter Adressen für chromolithografische Drucke war. Die meisterlichen Lithografien, die mit „F. Rau fec[it]“ signiert sind, stammen von Johann Friedrich Anton Rau, der ab 1856 bei Ph. Frey als Leiter der Lithografie-Abteilung tätig war, ehe er zusammen mit dem Kaufmann Gerhard Blümlein 1864 die Lithographische Kunst- und Präge-Anstalt Anstalt Rau & Blümlein gründete. 1867 eröffnete Rau seinen eigenen Betrieb.
Das Album von Frankfurt kann trotz des relativ großen Formats (etwa DIN A4) als Vorbild für die später populären kleinformatigen Stadtansichten in Leporello-Form gelten. Das erste Bändchen in dieser Form erschien 1862 anlässlich des Deutschen Schützenfestes in Frankfurt im Verlag Heinrich Keller. Gedruckt wiederum bei Philipp Frey, dessen Firma zum Pionier fotolithografischer Reproduktionsmethoden wurde und insbesondere ab den 1880er Jahren Stadtansichten in Leporelloform weltweit vertrieb.
Das Album von Frankfurt ist überaus selten. In Deutschland gibt es nur noch ein weiteres Exemplar im Frankfurter Institut für Stadtgeschichte.